Klatsche - Das Revolverblatt für den wahren Cowboy

Montag, Oktober 23, 2006

Nachspiel VI

Wir machen die Liga spannend!!!

Was soll man über ein Spiel schreiben, in dem alles, wirklich alles drin war, was ein Volleyball-Spiel bieten kann? Eine bloße Zusammenfassung der Geschehnisse kann gar nicht wiedergeben, was alles passiert ist und welche Emotionen an diesem Abend in der Walter-Ruckert-Halle geweckt wurden. Und außerdem können das die objektiven Journalisten auch besser.

Also sei mir an dieser Stelle einmal erlaubt, die Ereignisse auf sehr subjektive Art und Weise zu beschreiben. Und da möchte ich schon weit vor dem Spiel beginnen. Die Umkleide wurde von Fex und mir schön hergerichtet. Jeder Spieler hatte seinen Platz, auf dem seine Klamotten lagen und an der Garderobe darüber klebte seine Nummer. Zudem gab es einen kleinen Tisch, auf dem kleine Stärkungen drapiert waren. (Fotos folgen) Es war also alles bereitet für ein großes Spiel gegen den Tabellenführer.

Im ersten Satz ging es hin und her. Rückstand, Führung, Rückstand, schließlich der Satzgewinn. Glücklich aber nicht unverdient. Wir hatten zwar immer wieder Phasen in denen wir Fehler machten. Doch insgesamt spielten wir richtig gut und knüpften an die Partie in Essen an. Wir wussten, dass die Dürrenberger an dem Tag schlagbar waren!

Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild. Einen frühen Rückstand konnten wir zwar ausgleichen, doch den Satzgewinn der Gäste vermochten wir nicht zu verhindern. Also begann alles wieder von vorne. Eine 2:0 Satzführung wäre beruhigender gewesen. So wussten wir, dass wir keine Sekunde nachlassen durften.

Der dritte Satz entwickelte sich wieder zum Krimi, den wir letztlich mit 26:24 für uns entschieden. Wieder lag der Vorteil auf unserer Seite und der Wunsch blieb, im vierten Satz alles klar zu machen und Tine die Reise nach Hause zu ermöglichen (sein Zug fuhr um 22:45h). Man hofft nach dem Gewinn des engen dritten Satzes immer ein bisschen darauf, dass der Gegner etwas resigniert. Denn Dürrenberg hatte nun zwei Sätze verloren, in denen sie schon Satzbälle hatten. Zumal unsere Fans ihre Ankündigung wahr gemacht hatten und wieder eine Stimmung erzeugten, die phänomenal war.

Doch Dürrenberg steckte leider nicht auf. Im Gegenteil, eher schienen uns ein wenig die Kräfte zu verlassen, die unsere Aufholjagden gekostet hatten. Dürrenberg führte hoch. Doch zum Satzende hin häuften sich bei ihnen trotz der komfortablen Führung die Fehler. Eigentlich unverständlich, aber in der Phase des Spiels auch ein klares Zeichen für uns, dass auch die Gäste nicht so stabil waren.

So etwas, wie den letzten Satz habe ich noch nie erlebt. Trotz Leipzig, trotz Essen. Es war und ist nur ganz schwer zu verstehen, was wir da gemacht haben. Zunächst eine überragende Block- und Feldabwehr, die uns eine 8:5 Führung zum Seitenwechsel bescherten. Aber was hieß das schon? Doch wir hielten den Vorsprung. Der umstrittenen Punkt zum 13:10. Noch zwei Punkte. Ein Blick zum Schiedsrichter verriet mir, dass wir nur noch einen brauchten. Denn er hatte die gelbe Karte in der Hand und es war klar, dass wir sie nicht bekamen. Also nur noch ein lächerlicher Punkt.

Gut, den ersten wehren sie ab. Geschenkt. Dann kriegen wir zweimal den Ball nicht tot, trotz mehrmaliger Versuche. 14:13. Auszeit. Danach wieder ein Fehler und gleich noch einer hinterher. Bad Dürrenberg hatte Matchball, obwohl wir das Spiel doch eigentlich schon gewonnen hatten. Wir machen gleich den ersten Angriff! Warum nicht bei einem der Matchbälle??? Egal, weiter spielen, noch ist alles drin. Noch ein Matchball für Dürrenberg, dann haben wir Matchball. Der Ball geht vom Block ins aus. Ärgerlich. Und Seppl liegt auf dem Boden! Er kann nicht weiter machen, Timo kann auch nicht rein. Also kommt Gil, der kaum trainiert hat. Tine muss zuspielen. Und das gegen diesen guten Block. Gil findet irgendwo mit brachialer Gewalt die Lücke im Block. Wieder Matchball. Und dann steht der Block von Tine und Gil. Der Angreifer bekommt den Ball an den Oberschenkel.

Ist das zu fassen? Überschäumende Freude auf dem Feld. Tine läuft eine „Ehrenrunde“ vor Freude. Wir haben das Spiel tatsächlich noch gewonnen! Es ist schwer zu begreifen, wenn man sich den Verlauf des fünften Satzes anguckt. Und es ist noch schwerer zu beschreiben, was in diesem Moment in einem vorgeht. Außer grenzenloser Freude gepaart mit etwas Ungläubigkeit!

Nun haben wir es also geschafft; dieses für uns so wichtige Spiel gewonnen und damit alle Chancen gewahrt, den Aufstieg zu schaffen. Doch große Zeit zum durchatmen haben wir nicht. Nächste Woche reisen wir nach Hildesheim zum Tabellenzweiten. Wenn wir da gewinnen sind wir noch weiter oben. Und genau da wollen wir ja hin.

Nach ganz oben!


Danke Björn,

Klatsche

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2 Comments:

  • sehr schöner bericht! wir warten auf die Fotos aus der Kabine =)

    Am nächsten Wochenende wird dann Hildesheim weggemacht! Platz 2 wir kommen ;)

    By Anonymous Jan, at Oktober 23, 2006 6:28 nachm.  

  • herzlichen glückwunsch!

    und ich war nicht da...

    viel erfolg am nächsten wochenende!

    By Anonymous Annenym, at Oktober 23, 2006 6:53 nachm.  

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